Er gehört, obwohl schon lange tot, zu den ganz wenigen Ausnahmeerscheinungen, die
über Generationen hinweg nicht nur sofort wiedererkannt, sondern geliebt und verehrt
werden und deren Kunst unsterblich ist: Charles Spencer - oder kurz: Charlie -
Chaplin. Jeder kennt ihn, jeder hat schon mehrmals seine Filme gesehen, jeder
assoziiert ihn sofort mit Melone, Stock und watschelndem Gang. Scheinbar weiß jeder
alles über ihn. Und doch hat er eine Seite, die in Vergessenheit geraten ist und
allmählich wiederentdeckt wird: Charlie Chaplin, der Komponist! Seine Filme -
cineastische Meisterwerke bereits an sich - wurden viele Jahrzehnte lang eigentlich
in verstümmelter Form gezeigt: ohne die Musik, die eigens dafür komponiert wurde,
die ein integraler Bestandteil des Gesamtkunstwerkes ist, weil sie dem
Hauptdarsteller von keinem anderen passender auf den Leib hätte geschrieben werden
können, als - von Chaplin selbst! Wer seine Partituren zum ersten Mal hört, kann
kaum glauben, dass einer der besten Schauspieler aller Zeiten auch noch ein - für
seine Zwecke - stupender Komponist war, der makellos schöne, exquisit
instrumentierte und vor Einfällen geradezu übersprudelnde "Vertonungen" seiner Filme
komponiert hat, die von einer handwerklichen Perfektion und musikalischen
Inspiration zeugen, dass man nur staunen kann und sich fragt, wie man den
Komponisten Charlie Chaplin so lange Zeit übersehen - oder vielmehr: überhören -
konnte. Glücklicherweise sind in den letzten Jahren die Aufführungen von
"Stumm"-Filmen mit Live-Musik wieder in Mode gekommen, und auch die Dresdner
Philharmonie hat in den vergangenen Spielzeiten mit großem Erfolg ihre Reihe "Film
und Musik" etabliert. Am 13. und 14. März kommt nun also der größte Meister der
Stummfilm-Ära zu seinem Recht: Die Dresdner Philharmonie zeigt Chaplins "Lichter der
Großstadt", die bekannte Geschichte vom "kleinen Mann", der von einem Malheur ins
nächste schlittert, aber sich durch nichts unterkriegen lässt. Dazu spielt die
Dresdner Philharmonie live die von Charlie Chaplin selbst komponierte Filmmusik. Und
man wird hören: Der ewige Tramp mit den immer viel zu langen Hosen und zu großen
Schuhen, der Melone auf dem Kopf und dem Stöckchen in der Hand muss sich vor den
"Großen" der Musik nicht verstecken...
Beginn: 19:30 Uhr
2 Karten zum Preis von einer an der Abendkasse
Veranstaltungsort: Festsaal im Kulturpalast am Altmarkt Dresden
Adresse: Altmarkt, 01067 Dresden